Blog Deutsch, Mama sein

“Braucht man das oder kann das weg?” Meine Top 5 der “Das kann weg”-Spielzeuge

Welche Mama kennt es nicht: Das Kind reißt eifrig und voller Euphorie das Papier vom Geschenk und während die Kinderaugen beim Anblick des Inhaltes immer größer werden, denkt ihr euch nur “WTF!”. Meiner bisherigen Erfahrung nach lässt sich Kinderspielzeug grundsätzlich in drei Kategorien einteilen: Kategorie 1 = nervtötend. Kinder finden jegliche Art von Dauerbeschallung natürlich mega, für Eltern hingegen lauert nun erhöhte Suizidgefahr. Kategorie 2 = ungeeignet. Hat der Hersteller eigentlich Kinder oder jemals auch nur im Entferntesten etwas mit Kindern zu tun gehabt? Die Frage habe ich mir schon das ein oder andere Mal gestellt. Und last but not least Katgeorie 3 =”messy”. Den Kindern machts Spass und die Eltern haben den Dreck – als ob es da nicht eh schon genug von gäbe.

Ich habe für euch mal meine Top 5 der “Das kann weg” Spielsachen zusammengefasst, mit denen  der Troublemaker in seinen bisherigen 3 1/2 Lebensjahren beschenkt wurde. Basiert auf meinem subjektiven Empfinden, aber vielleicht erspart ihr euch dadurch den ein oder anderen Geschenkeflop.

1.Die Neonpistole – erschiess mich bitte jetzt!

Dieser Artikel aus der Kategorie 1 ist für mich auch gleich die unangefochtene Nummer 1 und verleiht dem Wort “nervtötend” eine völlig neue Dimension.  Bobi findet sie absolut klasse und ist mit diesem Teil egal wohin wir gehen (und das ist überall!)  der Held unter seinen Kleinkindbuddies. Nur die anderen Eltern haben leider bisher einem temporären Tausch gegen ein anderes Spielzeug nicht zugestimmt, koooomisch. Dabei fänd ich es so pädagogisch wertvoll, dass die Kinder untereinander lernen zu teilen. Eigentlich kann das Teil sogar noch Seifenblasen produzieren und daran hätte der Troublemaker bestimmt einen noch größeren Spaß. Ich hingegen wäre umso geneigter versehentlich mit dem Auto drüber zu fahren, daher ist das Gerät bei uns  auch nicht zu seinem vollen Einsatz gekommen. Zum Glück nähert sich die Batterie gerade dem Ende, was ich zum Anlass nehmen werde, dem kleinen Troublemaker zu erklären, dass ja alles mal irgendwann seinen Geist aufgibt – so ist es nunmal im Leben 😉 Wie gemein? Nein, eher ein gepflegtes HALLELLUJAH!

2. Die Geschichten von Struwwelpeter & Co. – Grausamkeit kennt keine Grenzen

Das haben wir damals zur Geburt geschenkt bekommen, weil es ja nun irgendwie auch zur deutschen Standardkinderliteratur gehört(e) und es war demzufolge auch sicherlich eine gut gemeinte Geschenkidee. Aber ich erinnere mich nur noch zu gut an diese Geschichten aus meiner eigenen Kindheit und fand sie schon damals absolut grausam und habe daher eigentlich direkt entschieden, dass ich dieses Buch für meine Kinder auf keinen Fall will – nicht jetzt und auch nicht wenn sie älter sind. Erst habe ich überlegt es auf dem Trödel zu verticken, wollte dann aber kein Geld mit etwas machen was wir selbst geschenkt bekommen haben, also packte ich es dann mit in die Kiste die ich seinerzeit für die Flüchtlingsankömmlinge hier im Ort zusammen gepackt hatte. Aber auch mit dem Gedanken konnte ich mich nicht anfreunden, denn wie kann ich denn mit mir selbst vereinbaren, ein Buch, was ich für meine Kinder aufgrund seiner Grausamkeit nicht will, an andere Kinder weiter zu geben, die es ebenso grausam finden werden – es vielleicht dennoch lesen, weil ihnen Geld für andere Bücher fehlt? Dieses Buch machte mich vom ersten Moment an todunglücklich und letztendlich habe ich es – noch immer eingeschweißt wie es war – einfach in die Tonne geschmissen. Vielleicht ist das ein bisschen zu abgefahren, verschwenderisch und absolut übertrieben, aber in diesem Moment ist wirklich eine Last von mir gefallen – call me crazy aber ich würde’s immer wieder tun. Und wo wir gerade bei Büchern sind, habt ihr euch auch schon mal gefragt, warum Kleinkinder eigentlich den Namen sämtlicher Baggergeräte kennen sollte? Ist es um uns Erwachsenen doof dastehen zu lassen? Einige Kinderbuchautoren scheinen das zu denken. Hmmm, food for thought!


3. Knete – Durcheinandermischen nicht erlaubt! Viel Glück!

Der Troublemaker hat zu seinem 3. Geburtstag ein großes  Knetset abgesahnt, mit samt diverser Knetpressen, Förmchen und einem kompletten Farbsortiment. Und von wem hat er es bekommen? Na von seinen liebevollen Eltern die dies für eine sehr schöne Geschenkidee hielten. Aus dem Bekanntenkreis gab es ebenfalls weiteres Zubehör, denn Play-Doh hat ja nun auch Rang und Namen im Spielzeughandel. Der Hersteller empfiehlt das Produkt auch als geeignet für ab 3-jährige und ich selbst habe mich auch schon auf idyllische Knetstunden gefreut. Tja, die Knetfreude hielt leider nicht lange an, denn ich hatte nicht daran gedacht, die Knete ausser Reichweite des Troublemakers aufzubewahren, und somit war also in Kürze – mit Ausnahme der braunen Knete – alles zu einem großen, farbigen Ball vermengt. Da macht es natürlich relativ wenig Spaß, damit irgendwelche Figuren oder Gegenstände zu kneten, wenn farblich alles gleich aussieht. Die braune Farbdose war dennoch leer. Nachdem ich den ganzen Tag vergeblich danach suchte, viel mein Blick beim Wäsche aufhängen zufällig auf die Terasse unter uns – und auf den ersten Blick sah es aus, als wäre diese komplett mit kleinen Kackhäufchen bedeckt. Als danach wieder mein Blick auf die leere Knetdose fiel, fiel der Groschen. Den Rest des Tages verbrachte ich also am Küchenfenster um unsere Nachbarin bei ihrer Heimkehr direkt abzufangen, was mir auch gelang.

“Das auf ihrer Terasse ist nicht das wonach es aussieht.”

Schön war`s –  an dieser Stelle mal wieder ein Hoch auf die weltbeste Nachbarin die wir uns wünschen könnten, denn nachdem ersten Schockmoment hat sie nur geschmunzelt. Das Thema Knete hingegen ist seit dem bei uns erstmal durch. Vielleicht probiere ich es nochmal wenn der Troublemaker in die Schule kommt. Gleiches gilt übrigens auch für Straßenkreide und kinetischen Sand – prinzipiell und in der Theorie nett, in der Realtität aber einfach nur messy und die (Raben-)Mutti hat schlicht weg keine Böcke auf noch mehr Dreck zuhause,

4. Brummkreisel – die scheppernde Blechbüchse

Auch dieses Spielzeug kann ich nicht mal jemandem zur Last legen, denn ich habe dieses nervtötende Metallding tatsächlich selbst auf den Wunschzettel geschrieben, da es ja auch zum klassischen Spielzeugrepertoire meiner Kindheit gehörte. Mittlerweile steht das Teil schon seit über 2 Jahren im Kinderzimmer und kann immernoch nicht richtig von den Kinderhänden bedient werden und ist bei jedem Versuch einfach nur eine absolut ohren- betäubende Angelegenheit. Immer wieder wird auf diesen Metallstab gedrückt und es will einfach nicht klappen – auch für Erwachsene gar keine einfache Angelegenheit stelle ich immer wieder fest. Letztendlich ist Bobi meist so gefrustet, dass sich das Teil bei ihm einfach nicht so dreht wie Mama, dass er es nimmt und durch das komplette Zimmer schleudert. Tja, meine schönen Kindheitserinnerungen sind nun auch nicht mehr so präsent, das metallische Geschepper hingegen schon. Tja, schade, aber somit wird s wohl beim nächsten Flohmarkt mit auf dem Tapeziertisch stehen.


5. Activity Lauflernwagen – wie das Kind Fallen statt Laufen lernt

Tja, wie schon der Brummkreisel stand bei uns auch diese Geschenkidee auf dem Wunschzettel, als der Troublemaker damals seinen 1. Geburtstag feierte, und die Oma hat dann auch prompt so n tolles Gerät herangekarrt. Damit sollte der kleine Krabbelkönig dann endlich mal ein wenig zum Laufen  animiert werden. Im nachhinein denke ich mir wirklich was für ne bescheurte Erfindung. Zum einen ärgere ich mich über mich selbst, denn warum zum Teufel sollte man Kinder animieren etwas zu tun, wozu sie vielleicht eigentlich noch gar nicht bereit sind, und zum anderen hat es auch (zumindest bie uns) die Wirkung sowieso total verfehlt.

“Damit werden die ersten Schritte ihres Babys gefestigt.” (Beipackzettel)

Pustekuchen. Es wurde erst interessant, als Bobi bereits sicher laufen konnte und dann hat er das Ding in einer Affengeschwindigkeit vor sich her geschoben und sich dabei grundsätzlich total lang gelegt, da er sich mit seinem Gewicht darauf gestützt hat, es aber zu leicht war und somit immer wieder vorne hochgegangen ist. Somit ist es dann also binnen kürzester Zeit im Keller verschwunden.

Ihr seht also, es sind nicht nur die Nicht-Muttis die mit hirnrissigen Geschenkideen um die Ecke kommen, nein, in den meisten Fallen habe ich diese disaströsen Geschenke auch noch selber verzapft. Disaströs ist ja auch relativ, denn  die Kategorien messy und nervtötend stehen ja bei den Kiddies – gegensätzlich zu den Eltern – besonders hoch im Trend. Da bleibt dann oft nur zu hoffen, dass die Batterien mal wieder nicht mit im Lieferumfang enthalten sind…

Was waren denn bei euch die schrecklichsten oder fragwürdigsten Geschenke, die eure Kinder bisher bekommen haben? Ich bin mir sicher, dass meine Liste noch zu toppen ist –  mit Ausnahme der Neon-Pistole – auf meinem Instagram Account kannst du sie aktuell auch live bewundern. Nicht bei Instagram? Kein Problem – ich leihe sie euren Kindern auch gerne mal aus 😉

Muchos lovos,

Eure

De Sa

12 thoughts on ““Braucht man das oder kann das weg?” Meine Top 5 der “Das kann weg”-Spielzeuge”

  1. Mein absolutes “Lieblingsteil” war eine Gitarre aus Kunststoff, die einen furchtbaren Klang hat und beim Betätigen einzelner Knöpfe selbstständig Melodien spielt…besonders dann toll, wenn Sohnemann gleichzeitig die Seiten zupft. *heul*

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    1. Haha, ja stimmt die wunderschönen Musikinstrumente – wir haben auch noch ein Keyboard im Keller, das hatte ich glatt vergessen, weil ich es direkt konfisziert habe – ich fühle mit dir 🙈🤦‍♀️

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  2. Auch unser Horrorspielzeug Nr. 1 ist ein Plastikkeyboard, das auf Tastendruck Melodien und Tiergarten von sich gibt, auch in Kombination möglich! Beschert Alpträume, weckt Aggressionen und stellt Freundschaften auf die Probe (wieso tut mir meine Freundin so was an…?)

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  3. Unser Geschenk hat es auf Platz 1 geschafft! Das macht mich irgendwie stolz! Ich hatte überlegt über welches Geschenk sich unser Neffe, mittlerweile 6 Jahre alt, am meisten gefreut hat und das war halt diese Seifenblasen Pistole… Sorry Mama und Papa, aber das Geschenk sollte ja Bobi glücklich machen und erfreuen und das haben wir ja wohl mit Bravour geschafft 😂😊😘

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    1. 😂 das habt ihr in der Tat geschafft 👍 Bobi ist der absolute King mit diesem Teil, ich sag s dir – und mittlerweile bin ich eh schon fast taub, dass es mich schon gar nicht mehr so sehr stört 🙈😆😘

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  4. Haha, das kenne ich alles GENAU SO! Ich habe Geräuschspielzeuge auch schon heimlich sabotiert. Die niegelnagelneuen Batterien gegen alte ausgetauscht, die Kontakte zerstört oder ähnliches. “Kaputt? Jetzt schon? Oooch.”

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