Bei der Arbeit, Blog Deutsch

Selbst ist die Frau und ständig kennt sie sowieso: Teil 1 – Erste (bewusste) Gedanken zum Thema Selbständigkeit

Neues Jahr, neuer Vorsatz und neben der Verwirklichung des Blogs heisst ein weiteres, meiner persönlichen Ziele für 2017:

“Own business, own boss.”

Klingt super, denn wer wäre nicht gerne sein eigener Herr. Man kann sich die Zeit so einteilen wie man es möchte, muss vielleicht nicht jeden Tag um 6 Uhr aufstehen und investiert Zeit und Energie in das eigene Lebenswerk und bereichert damit sich selbst statt einen Unbekannten. “Selbst und ständig” heißt es auf der anderen Seite – “kein Problem”, sage ich, denn selbst ist die Frau und ständig kenne ich – spätestens seit ich Mutter bin – sowieso.

Naja, zugegeben klingt das schon alles  ein bisschen zu rosig und naiv; wie es dennoch zu meinem Vorsatz kam, will ich euch erklären.

Der Gedanke an die Selbständigkeit schlummerte schon eine ganze Weile in mir, aber wie es eben so ist (wenn man Entschuldigungen für etwas sucht) kam immer irgendwie irgendetwas dazwischen – so wie die Geburt vom Troublemaker in 2013 und die Geburt vom Mini-Monster in 2016 – dazwischen ein bißchen Elternzeit, gefolgt von einem neuen Job in dem es für mich sehr schnell gute Möglichkeiten gab mich zu entwickeln und verwirklichen und ich mit den besten Arbeitskolleginnen überhaupt gesegnet wurde.

Warum sollte man also etwas ändern, wenn man eigentlich zufrieden ist so wie es ist? 

Es ist genau dieses Wort eigentlich was mich daran stört, wenn immer ich mich selbst reden höre, denn irgendwie hängt da immer ein bisschen Wehmut drin.

Über die Frage nach der Lebenserfüllung

Es gibt Phasen, in denen man temporär zumindest mental aus dem täglichen Automatismus des Funktionierens ausbricht und sich selbst die Frage stellt, ob das was man da macht, eigentlich so die Erfüllung fürs Leben ist. Vielleicht durchlaufe ich gerade jetzt diese Phase, da ich “erst” wieder stundenweise und von zuhause arbeite und zu viel Zeit habe, so dass solche Gedanken zum ersten Mal in mein Bewusstsein vordringen könnne. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass es gesund und wichtig für jeden von uns ist, sich diese Frage hin und wieder zu stellen, wie auch immer man sie dann für sich selbst beantwortet.

Es gibt Menschen, die können sich vermutlich gut damit arrangieren, Dienst nach Vorschrift zu leisten. Die eigentliche Erfüllung besteht vielleicht darin, sich neben dem Job irgendwo sozial zu engagieren oder sich im Verein oder mit Freunden sportlich zu betätigen. Oder aber es werden einfach von vornherein ganz andere Prioritäten gesetzt. Der Job ist eben einfach nur ein Job, der der Finanzierung des Lebensunterhaltes dient, nicht aber den Zweck erfüllen soll, sich selbst zu verwirklichen. Eine solche Einstellung würde ich mir manchmal für mich selbst wünschen, nur war ich leider schon immer mit viel zu viel Ehrgeiz verdammt, so dass ich trotz meiner Liebe für den Sport nun mehr seit Jahren primär als Zuschauer aktiv bin, da es mich innerlich zerreißen würde, nicht an die Leistungen meiner Jungend anknöpfen zu können.

Wow, wenn ich das selbst so lese, klingt das irgenwie ganz schön deprimierend aber keine Sorge, so schlimm ist es nicht, denn “let´s be honest”, eigentlich sind das echte “Erste-Welt-Probleme”. Und darüber hinaus  haben sich natürlich mit der Ankunft meiner Herzensjungs auch bei mir die Prioriäten geändert und Familie steht absolut unagefochten an erster Stelle. Dennoch werde ich mich nie “nur” über meine Rolle als Mutter definieren können und wollen – obwohl mich diese natürlich zeitlich, physisch und psychisch bereits komplett vereinnahmt und ich alle Frauen absolut bewundere, die mit dem Mama-werden und -sein regelrecht aufblühen. Ich hingegen habe gerade eher das Gefühl zu verblühen, jeden Tag ein graues Haar und zwei Falten mehr, aber was ist das schon im Vergleich dazu, mit zwei gesunden Kindern gesegnet zu sein.

Ich wiederhole es also gerne, eigentlich ist alles absolut tutti und “pipifein”, wie meine Freundin aus Österreich immer zu sagen pflegt und meine Komfortzone strotzt eigentlich nur so vor Bequemlichkeit. Für einen schnellen Wiedereinstieg “darf” ich stundenweise von zuhause arbeiten bevor ich dann ab September wieder in Vollzeit zurückkehre, wir haben zwei geregelte Einkommen die pünktlich zum Monatsende auf dem Konto sind, und ohne weiteres Kümmern sämtliche Daueraufträge die zum Monatsanfang anfallen ausgleichen und wir haben eine gewisse Planbarkeit in unserem Alltag. Wer mich auch nur im geringsten kennt, weiß, dass ich ein absoluter Sicherheitsfanatiker bin und Existenzangst nur eine der gefühlten hundert tausend Ängste ist, die mich ständig begleiten seit ich Mutter bin.

Aber dieses verflixte eigentlich hängt wie so ein Schatten über allem.

Und mal abgesehen vom Luxusproblem der Selbstverwirklichung, gibt es eine weitere, immer wichtiger werdende Frage, die man sich – alle Jahre wieder mal – stellen sollte:

Über die Frage nach der “Überlebenschance” der aktuellen Tätigkeit

Wir befinden uns im Zeitalter der Digitalisierung und “Robotisierung” und die Wahrscheinlichkeit, dass die erlernte Tätigkeit oder der Job in dem man sich aktuell befindet, vom Aussterben bedroht ist, wird nun mal leider immer höher. In meiner Tätigkeit im Personal sehe ich das natürlich aus erster Hand und muss mich auch mit entsprechenden Trends und den Auswirkungen  auf den Arbeitsmarkt auseinander setzen.  Und wenn ich dann immer mal wieder über Artikel stoße, die mir aufzeigen, dass vereinzelte Unternehmen bereits jetzt dank kontinuierlicher Entwicklungen im Bereich A(rtificial) I(ntelligence) Roboter im Einsatz haben um Vorstellungsgespräche in der Personalauswahl zu führen, stelle ich mir natürlich konkret die Frage, wie lange meine Funktion so noch besteht – und immerhin habe ich noch über 30 – wahrscheinlich eher noch 40 – Jahre bis zur Rente. Ziemlich ernüchternde Aussichten und ganz schön erschreckend, insbesondere mit Rückblick auf Studium, und all den Schweiß und die Tränen die man gelassen hat, um dort hinzu kommen wo man heute ist.

profile-pic

Tja, es ist also die Frage nach der Lebenserfüllung in der aktuellen Situation, gepaart mit nicht allzu positiven Prognosen was den ausgeübten Job angeht, die einen anfällig dafür machen, mal kurz das ganze Arbeitsmodell in Frage zu stellen. Und wenn gerade in dem Moment der Zweifel die Freundin mit ner ziemlich coolen Geschäftsidee um die Ecke kommt, wo einem das Herz nur so aufgeht, ist es doch legitim das Modell “Selbständigkeit” mal ernsthaft zuende zu spinnen, oder? Und mehr als spinnen ist es im Moment auch nicht, denn ich bin (mittlerweile) mehr Realist als Aktionist und mit einer Ausgangssituation von sage und schreibe 0€ Startkapital kann man auch mit der coolsten StartUp Idee wohl erstmal nicht allzu viel reissen.

Naja, aber so wisst Ihr immerhin schon mal wie die Idee des eigenen Businesses auf meinen Vorsätzen für 2017 gelandet ist, und ob es mehr als nur ein Vorsatz wird, darauf dürft ihr gespannt bleiben – und ich auch – denn die Antwort habe ich heute noch nicht. Was ich aber weiss ist, dass es im zweiten Teil der Reihe “mit der Geschäftsidee zum Gründerwettbewerb” geht – da winken dem Gewinner dann 100.000€ Preisgeld – und zu verlieren haben wir schließlich nichts.

In der Zwischenzeit höre ich mir aber sehr gerne eure Pro oder contra Gedanken zum Thema Selbständigkeit an – habt ihr euch schon getraut, bereut ihr es oder warum würdet ihr es (nicht) wagen?

2 thoughts on “Selbst ist die Frau und ständig kennt sie sowieso: Teil 1 – Erste (bewusste) Gedanken zum Thema Selbständigkeit”

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