Bei der Arbeit

Erfolgreich im Job – Das Mama-Kompetenz-Portfolio

Viel Aufsehen hat Michi Kasper mit seiner Anzeige erregt, in der er explizit nach einer Mutter für eine Vakanz in seinem Unternehmen suchte – den Vorwürfen der Diskriminierung wurde er bezichtigt, während die Frauen Community hingegen ihn als absoluten Superhelden feierte – ich eingeschlossen. Denn recht hat er. Mütter besitzen nun mal eben ein sehr ausgefeiltes Portfolio an Kompetenzen, mit denen Nicht-Mamas nur sehr schwer konkurrieren können. Und genau deshalb solltet ihr euch bei Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen verkaufen, was das Zeug hält, denn ihr habt allen Grund dazu, seht selbst:

Organisation und Multi-Tasking

Ganz ehrlich, wer einen Haushalt organisieren kann, kann alles organisieren. Alle Abläufe müssen genauestens aufeinander abgestimmt sein und kontinuierlich funktionieren und harmonieren – so wie die Arbeitszeiten mit den Betreuungs- oder Schulzeiten. Oder wie der Wocheneinkauf mit dem wöchentlichen Speiseplan. Und egal wie gut du alles durchdenkst und strukturierst, es kommt immer alles anders. 

Und dennoch schaffen es Mütter auf  wundersame Weise täglich aufs Neue sich im chaotischen Alltag neu zu strukturieren und alles am Laufen zu halten: die Wäscheberge sind wieder sauber in den Kleiderschränken, der Kühlschrank ist voll, das Essen auf dem Tisch und die Töpfe schon wieder abgewaschen. Alle ärztlichen Vorsorgetermine für ein weiteres halbes Jahr erledigt, Hausaufgaben gemacht und die Präsentation für den nächsten Arbeitstag erledigt.

Und meist weiss nur die Mama selbst, wie oft sie an diesem Tag vom originären Plan abweichen musste, weil sie mal wieder belehrt worden ist, dass ein Kind eben keine Konstante ist, die sich einfach so einplanen lässt. Und das ist auch gut so. Auch wenn es den Alltag um einiges leichter machen würde. Also, bitte keine falsche Bescheidenheit an dieser Stelle, denn ich behaupte nichts ist so komplex wie die tägliche, erfolgreche Organisation des Haushaltes.

Kostenoptimiertes Arbeiten

Unternehmen wünschen sich Mitarbeiter die so mit dem Geld und Gut des Unternehmens umgehen und wirtschaften als wäre es ihr eigenes. Tja, wer könnte das wohl besser als jemand der tagtäglich die eigenen Ausgaben verwaltet? Es geht ja eigentlich immer nur darum, was die Kinder noch brauchen –  Kleidung, Spielsachen, Schulsachen etc. bei uns stehen gerade wieder Dinge wie Hochstuhl und Autositz bevor. Da lohnt es sich in der Tat wenn möglich auf Rabattaktionen zu warten oder zumindest mal verschiedene Anbieter und Portale zu vergleichen, auch Testberichte zu lesen, so dass man den besten Gegenwert für sein Geld erhält. Ich behaupte mal wenn es um Tipps zum Sparen geht, kann da jede Mutti das ein oder andere aus dem Hut zaubern. 

Oft gibt es ja auch noch das altbewährte Prinzip der Haushaltskasse, um einen Überblick über Groß- und Kleineinkäufe zu bewahren – und wenn der Topf schrumpft, wird eben ein wenig erschwinglicher eingekauft und gekocht bis zum nächsten Monat. Logisches Prinzip was in der Unternehmenswelt genauso funktioniert – nur glaube ich haben die meisten heutzutage verlernt bzw. es überhaupt nicht gelernt vernünftig mit Geld umzugehen. Lasst also mal die Mutti ran, die zeigt euch wie das geht.

 

Belastbarkeit

Heut zutage hat wohl kaum jemand der der arbeitenden Bevölkerung angehört noch einen 9-5 Job. Aber wer hat schon einen 24 Stunden-Job? Muttis, ich will eure Hände sehen! Ganz ehrlich, wenn ich in meinem Job Vorstellungsgespräche mit potentiellen Kandidaten führe, muss ich schon über die Antworten schmunzeln, wenn ich frage mir Situationen wiederzugeben, in denen sie am Limit standen. 

Das subjektive Verständnis davon, was es bedeutet stressresistent zu sein, geht da doch sehr auseinander.  Auch wenn die Stressresistenz mit der Zeit und den Situationen wächst, behaupte ich, dass Muttis  hier in jedem Fall schon mal einen ganz gewaltigen Vorsprung zu verzeichnen haben. Meine persönliche Stressprobe, könnt ihr übrigens in der Salami Geschicht nachlesen – ich bin mir sicher, es ist nur eine Frage der Zeit bis einer meiner drei Bengel mich hier wieder aufs Neue inspiriert.

Anpassungsfähigkeit und Flexibilität

“Mütter sind nicht flexibel” heißt es ja immer. In welcher Hinsicht frage ich mich? Weil sie nicht bis 20 Uhr im Büro sitzen oder spontan auf Geschäftsreise gehen können? Mag sein, nur sind das für mich Ansichten die ins Steinalter gehören, denn moderne Praktiken zum Thema flexibles Arbeiten sehen heutzutage anders aus.

Darüber hinaus hat Flexibilität auch noch weitreichendere Facetten; dazu gehören zum Beispiel was es heißt sich an neue Umstände oder Situationen zu gewöhnen. Oder was es heißt sich in neue Rollen einzufinden. Ich meine, alleine der “andere Umstand” der Schwangerschaft ist schon eine absolute Lebensumstellung. Und auch nach der Geburt ist kein Alltag mehr normal und wie zuvor. Oft sind damit räumliche Veränderungen verbunden, sprich ein Umzug muss geplant, finanziert und umgesetzt werden. Der normale Alltagsrhythmus wird durchbrochen von Still-/Fläschschen- und Wickelpausen und das 24/7.

Und dass man als Mama nicht nur Babysitter sondern zugleich auch Putzfrau, Köchin, Buchhalterin, Lehrerin, Erzieherin, Krankenschwester, Event Planner, Psychologin, Handwerker, Familientaxi und alles in allem eben einfach “Super Woman” ist hatte man wahrscheinlich vorher auch selbst ein wenig unterschätzt. Wer kriegt schon so  einen multifunktionalen Mitarbeiter zum Preis von einem?

Selbst ist die Frau

Durchsetzungsvermögen /Erfolgreich Einfluss nehmen

Insbesondere wenn es um die Position einer Führungskraft geht sollte man über eine starke und selbstbewusste Persönlichkeit verfügen und in der Lage sein sich im Unternehmen durchzusetzen und Einfluss zu nehmen. Ich würde mal behaupten, dass Mütter fast täglich irgendwelchen Machtkämpfen ausgesetzt sind und dabei meine ich nicht mal die Auseinandersetzungen mit dem 3-jährigen in der Trotzphase. Ich spreche viel mehr davon, sich mit Arztpraxen rumzuschlagen, dass ich (bitte) JETZT den Termin für mein Kind haben möchte oder mit dem Jugendamt, dass ich (bitte) JETZT einen Betreuungsplatz benötige.

Ich habe manchmal das Gefühl, es werden einem von allen Seiten irgendwelche Steine in den Weg gelegt – und man muss immer wieder für die eigenen Rechte kämpfen. Und glaubt mir, wenn man dann erstmal um die Rechte für das Kind kämpfen muss, dann wird Mutti echt zur Bestie. Und so eine (Mutti) Bestie kann dann auch problemlos die Führungsebene in Schacht halten.

So, habe ich noch was vergessen? Ganz bestimmt also her mit euren Pro-Mama Argumenten. Natürlich haben auch wir Mankos – mein Brain wird beispielsweise schon seit der ersten Schwangerschaft von post-nataler Demenz malträtiert, und wenn der Kopf nicht angewachsen ware, würde ich ihn manchmal über Stunden suchen. Aber auch das hört (bestimmt?) irgendwann wieder auf  – und auch Mutti ist eben nicht perfekt, aber wie ich finde, schon ganz schön nah dran…oder was meint ihr?

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